Von Sportfunktionären und anderen Tunichtguts oder: Bei uns gibt's nicht nur Spiel und Spaß, sondern auch ein wenig Seifenoper mit Hauen und StechenWir Freizeit-Volleyballer nehmen seit Jahren sehr erfolgreich an der Volleyball-Gaurunde Offenbach-Hanau teil. Die Runde erfreut sich bei den Teilnehmern großer Beliebtheit und wird seit einiger Zeit von mir organisiert. Einer meiner Vorgänger hat die Runde formal dem Turngau Offenbach-Hanau angegliedert; da ist sie heute noch. Unlängst haben nun die Großkopferten der Volleyball- und Turnverbände beschlossen, dass sich nur noch gleich zu gleich gesellen soll; sprich, unsere Runde soll dem Turnverband aus- und dem Volleyballverband eingegliedert werden.
Das allerdings wäre nicht nur ein formaler Akt, vielmehr würde der Runde damit ein völlig anderes Veranstaltungs-Format aufgezwungen. Es brächte damit einhergehend gravierende Nachteile für die Teilnehmer:
Bei der Runde im Volleyballverband ist die geografische Aufteilung gänzlich anders; als Folge davon würden langjährig gewachsene Kontakte und Beziehungen zwischen den miteinander spielenden Mannschaften zerstört.
Des Weiteren beträgt der Anfahrtweg teilweise über 100 km.
Statt wie bisher an 4 bis 6 Sonntagen während des Winterhalbjahrs würde die Runde stets Samstag nachmittags stattfinden, was den Teilnehmern aus beruflichen und familiären Gründen gar nicht passt.
Alle teilnehmenden Mannschaften lehnen dieses Veranstaltungs-Format strikt ab.
Während die Vorsitzende des Turngaus OF-HU es uns freistellt, im Turngau zu verbleiben bzw. sich weigert uns aus dem Turngau OF-HU zu entlassen, sind den Funktionären des Volleyballverbands die Interessen der Teilnehmer offenbar ziemlich gleichgültig. Um ihr Ziel, uns nach ihrem Bilde (umzu)formen zu erreichen, schrecken sie auch nicht vor fragwürdigen Methoden zurück. So erhielt die Vorsitzende des TS Bischofsheim ein Schreiben mit -sinngemäß- folgendem Inhalt: Sie möge die Freizeitler nicht mehr in der Runde im Turngau spielen lassen, sondern in der im Volleyball-Verband. Das ist etwa der Stil, wie wenn sich ein Nachbar bei der Mutter über deren Kind beschwert, weil es im falschen Sandkasten spielt. Unter Erwachsenen vermutete ich solche Umgangsformen bisher eher auf dem Balkan.
Wie auch immer, in Absprache mit den anderen Vereinen sind wir fest entschlossen, unsere Runde in der bisherigen Form weiter zu führen - im Turngau OF-HU.
Nachtrag 1: Dem Vernehmen nach hat der Vorstand eine Einflussnahme im Sinne des Volleyballverbands abgelehnt. (Im Vertrauen: Notfalls hätten wir die Runde, da wir erwachsen sind, auch verbandsfrei weitergeführt.)
Nachtrag 2: Verschiedene Indizien
* deuten darauf hin, dass es das eigentliche Ziel der oben beschriebenen Aktion war, unsere Runde, gewissermaßen zur Blutauffrischung, in die des Volleyballverbandes 'einzugemeinden'. Dort läuft es offensichtlich nicht so toll und man sucht dringend teilnehmende Mannschaften. (Auf die Idee, dass dies an dem ungünstigen Veranstaltungs-Format liegen könnte, scheint man dort noch nicht gekommen zu sein.)
* siehe 'hessen-volley', Heft 54, Seite 11
Nachtrag 3: Eigentlich wolle ich mein 'Amt' als GO (Großer Organisator) langsam an einen Nachfolger weitergeben. Nach dem oben geschilderten kleinen Zwischenfall möchte ich aber noch ein wenig weitermachen und harre gebannt des nächsten Aktes der Seifenoper.
helmut bartz